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Bärlauch, Frühjahrskur nicht nur für Bären

Aktualisiert: 14. Mai 2023

Die Tage werden länger, die Temperaturen milder. Nun sind sie in unseren Wäldern nicht mehr zu übersehen, die wogenden grünen Bärlauchfelder. Die meisten kennen die Pflanze als Pesto oder Salatbeigabe, doch im Bärlauch stecken mehr Geheimnisse, als nur sein wunderbarer Geschmack.



 
Steckbrief

Bärlauch, lateinisch Allium ursinum, hat seinen Namen von der Tatsache erhalten, dass er im Frühling gern in grösseren Mengen von Bären gefressen wird. Er hilft diesen, nach dem Winterschlaf ihren Darm zu reinigen. Die Bären machen quasi eine Frühjahrskur.


Bärlauch wächst meist ab März flächig in feuchten Laub-und Mischwäldern. Er bedeckt gern grössere Bereiche und ist entsprechend einfach zu finden. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 15-30cm, wobei die spitzen, grünen Blätter jeweils an einem einzelnen Stiel aus dem Boden wachsen. Unverkennbar ist ausserdem der Geruch nach Knoblauch. Etwa ab Mai beginnt die Blütezeit der Pflanze. Die weissen Blüten bilden Samen aus, die danach etwa 14 Monate zum Keimen brauchen. Die Pflanze vermehrt sich allerdings auch über Wurzelausläufer. Aufgrund des massenhaften Vorkommens besteht keine Gefährdung dieser Pflanzenart.

 
Medizinische Wirkung

Die bekanntesten Wirkungen von Bärlauch sind die Senkung von erhöhtem Blutdruck und die Unterstützung bei Verdauungsbeschwerden. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wirkt er, ähnlich wie Knoblauch, auch antibakteriell und antimykotisch. Des Weiteren werden ihm Wirkungen bei Hautproblemen und Frühjahrsmüdigkeit zugeschrieben. Die Inhaltsstoffe können ausserdem den Cholesterinspiegel senken und Arteriosklerose vorbeugen.


Bärlauch ist im alternativmedizinischen Bereich ein häufiger Bestandteil von Entgiftungskuren.

Aus ernährungsspezifischer Sicht betrachtet hat Bärlauch viele Inhaltsstoffe, die wir für eine gesunde Funktion des Körpers brauchen. Unter anderem drei Mal so viel Vitamin C wie Orangen. Ausserdem ist er reich an Vitamin A, B1, B6 und enthält weitere Stoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und Calcium.

 
Sammeln, Anpflanzen und Aufbewahren

Gesammelt werden die Blätter im Frühling vor der Blüte. Sobald die Pflanze blüht, verlieren die Blätter einen grossen Teil ihrer Wirkstoffe und ihres Aromas. Dies geschieht im Übrigen auch, wenn die Blätter getrocknet werden. Die Verwendung des frischen Krautes ist entsprechend vorzuziehen.


Zum haltbar machen eignet sich Einfrieren, Einlegen in Öl und konservieren als Bärlauchsalz.


Bärlauch kann relativ einfach im Garten angepflanzt werden, dazu im Herbst die Zwiebeln vereinzeln und setzen. Der Platz sollte etwas schattig, feucht und humusreich sein. Aufgrund der langen Keimzeit ist diese Methode des Pflanzens effizienter als die Samen auszusäen.

 
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Verarbeiten


Tee

1 EL geschnittenes Kraut 2 Minuten ziehen lassen.

Rohkost

Pesto

Als Gemüse

Salz


 
Verwechslungsgefahr und Vergiftungssymptome

Eine Verwechslungsgefahr besteht mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose und selten mit dem Aronstab.




Maiglöckchen ( 1.v.links):

Pro Stängel wachsen 2 Blätter. Alle Pflanzenteile sind giftig vor allem Blüten und Früchte. Als Symptome nach dem Verzehr treten Übelkeit, Durchfall, Herzrythmusstörungen und Schwindel auf. Auch ein erhöhter Puls und Blutdruck kann als Folge der Vergiftung auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann zu einem erniedrigten Puls, Blutdruck und Atmung. Unbehandelt kann die Vergiftung zum Tod durch Herzstillstand führen.


Herbstzeitlose ( 2.v.links):

Es wachsen mehrere Blätter aus einer Rosette. Die Herbstzeitlose treibt im Frühjahr nur die Blätter aus und erst im Herbst die Blüten, es ist nie Blüte und Blatt gleichzeitig zu sehen. Alle Pflanzenteile sind giftig. Hier ist der problematische Inhaltsstoff das Cholchicin. Nach dem Verzehr treten die ersten Symptome meist erst verzögert nach 2 bis 6 Stunden auf. Es handelt sich dabei um Übelkeit und Erbrechen, manchmal blutige Durchfälle, Schluckbeschwerden und ein Brennen im Mund. Ausserdem können Nierenschädigungen auftreten. Unbehandelt kann es durch Atemlähmung und Kreislaufversagen zum Tod kommen.


Aronstab (3.v.links):

Die Blattnerven sind im Gegensatz zum Bärlauch unregelmässig geformt, im späteren Stadium bilden sie eine Pfeilform aus. Alle Pflanzenteile sind giftig. Nach dem Verzehr kommt es innerhalb weniger Minuten zu Vergiftungssymptomen. Dazu zählen in erster Linie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei dieser Pflanze wurden meist Vergiftungen durch den Verzehr der süssen, roten Beeren und weniger durch die Blätter verzeichnet.

→ Beim Verdacht einer Vergiftung immer ärztliche Hilfe beiziehen, Giftnotruf Schweiz: 145


Die Blätter all dieser Pflanzen haben keinen Knoblauchgeruch.

Bei Bärlauch wächst jedes Blatt an einem einzelnen Stängel aus dem Boden. Die Blattoberseite ist glänzend, die Unterseite matt.

 
Mein liebste wilde Pflanze im Frühling

Ich persönlich liebe Bärlauch und kann es jeweils kaum erwarten, dass er wieder aus dem Boden schiesst. Ich mache im Frühling jeweils ausreichend Pesto ein, das sich bis zum nächsten Frühling hält. Bärlauchsalz habe ich dieses Jahr zum ersten Mal gemacht, da kann ich noch nicht berichten, wie es schmeckt, da es nun erstmal durchziehen muss.


Ein angenehmer Nebeneffekt wenn du statt normalem Knoblauch Bärlauch isst, ist derjenige, dass dein Körper nach dem Genuss nicht die typischen Knoblauch-Ausdünstungen hat.


Dann wünsche ich nun erstmal guten Appetit und viel Freude beim Sammeln.


Andrea

 

Disclaimer:

Die Informationen in diesem Post sind aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, dazu gehören Bücher über Heilpflanzen und andere Internetseiten. Diese Informationen ersetzen keinen Arzbesuch. Es werden auch keine Heilversprechen gegeben. Für den Fall, dass du Pflanzen aus der Natur sammelst und isst, tu das nur, wenn du dir sicher bist, dass es die richtige Pflanze ist. Ansonsten empfehle ich den käuflichen Erwerb bei einem Fachgeschäft. Beim Sammeln wilder Pflanzen besteht immer ein Restrisiko, sich mit Bakterien, Pilzen, oder Parasiten zu infizieren, im Wald ist hier vor allem der Fuchsbandwurm zu nennen. Du kannst dieses Risiko reduzieren, wenn du die Planzen vor dem Verzehr wächst und kochst.

 

Quellen:

Wikipedia

Das BLV Handbuch Heilpflanzen

GU Naturführerer: Heilpflanzen sicher bestimmen.

www.toppharm.ch

www.zentrum-der-gesundheit.de

www.kostbarenatur.net

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